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Sonnige Kulturtage am Mittelrhein

Für vier Tage waren wir Gäste bei Klaudia, einem im entfernten Wiesbaden wohnenden Gruppenmitglied. Freundlicherweise hatte sie uns in ihrem Haus genügend Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Wir trafen am Freitagmittag mit verschiedenen Verkehrsmitteln vor Ort ein und unternahmen nach dem Begrüßungskaffee und der Quartiernahme erste Exkursionen im Umfeld. Natürlich sind wir auch mit der Nerobergbahn gefahren obwohl das nicht besonders prickelnd, aber einfach Kult ist. Die im Jahr 1888 in Betrieb genommene Bahn fährt ohne Motorgeräusche, nur mit Wasserballast den sie oben auf dem Berg aufnimmt. Das kann man wahrhaftig Nachhaltig nennen. Greta wäre begeistert.

Die Nero-Bergbahn an der Talstation
Das Bähnle unterwegs
Fahrt mit der Nerobergbahn talwärts

Oben auf dem Berg unternahmen wir eine kleine Wanderung und besuchten dabei den Nero-Tempel, die Russisch-Orthodoxe Kirche und das 1934 eröffnete Opelbad. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir mit dem Bus nach Mainz um das, immer im September stattfindende Late Light Festival (kein Schreibfehler) mit der wunderschön illuminierten Innenstadt zu bestaunen.

Wanderung auf dem Neroberg. Links der Tempel.
Abends in Mainz
Die historischen Gebäude der Stadt wurden mit Laserlicht angestrahlt und zum Leben erweckt.

Der Abend endete mit der Planung des nächsten Tages bei einem angeregten Erfahrungsaustausch an Klaudias großem Wohnzimmertisch. Der Samstag begann zwar nebelig, wurde aber schnell sonnig. Wir fuhren zur Burg Rheinfels, eine mächtige Burgruine mit Festung in St. Goar. Die riesige Anlage soll bis zur BuGa 2029 wieder komplett restauriert sein. Aus diesem Grund waren viele Räumlichkeiten noch nicht zu besichtigen und Gerüste standen herum. Im Museum war die Kleidung des Aufsehers mit Abstand das interessanteste Objekt.

Mit der Fähre über den Rhein nach Sankt Goarshausen und zur Loreley

Wieder zurück im Tal setzten wir mit der Fähre über und begaben uns zur 132 Meter hohen Loreley. Natürlich musste auch ihr Kamm ausprobiert werden, das ist ebenfalls Kult, und glücklicherweise kam es dabei auch nicht zu einem Schiffsunglück unten auf dem Rhein. Unsere Wanderung weit oberhalb des Rheins durch Wiesen und Felder über den Weinlehrpfad bis zum Spitznack bei Bornich bescherte uns unterwegs nur einen Kaffee zur Stärkung und nicht das alkoholische Getränk aus den Trauben am Hang.

„Ich bin aber nicht Schuld wenn es da unten kracht“
Die Bank am Aussichtpunkt Spitznack
Die „echte“ Loreley
Lehrreicher Wanderpfad durch die Weinberge

Auf dem Weg nach Hause kauften wir noch benötigte Lebensmittel ein und bereiteten später gemeinsam das Abendessen zu. Es wurde wieder ein sehr harmonischer Abend.

Am dritten Tag starteten wir im Frühnebel um das Niederwalddenkmal in Rüdesheim zu besuchen. Das monumentale, über 38 Meter hohe Bauwerk wurde 1883 zur Erinnerung an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs fertiggestellt. Mit einer Höhe von 12 Metern ist die Bronzestatue der Germania die zentrale und größte Figur der Anlage. Wir waren zuerst dort nur wenige Besucher, aber nachdem die Sonne durchkam füllte sich die Anlage mit Menschen und wir flüchteten vor dem Andrang durch den Wald zur nahe gelegenen Eremitage. Aber auch dort waren wir nicht alleine, also nix mit Eremitage. Nachmittags brachen wir dann zur berühmten Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Rüdesheim auf.

Über uns trohnt die Germania
Die Cafeteria war noch im alten Gewölbe

Es ist eine sehr große, hervorragend restaurierte Anlage, die einen in Staunen versetzt. Alles ist blitzeblank und nirgends ein Stein locker. Etwas überzogen fanden wir den supermodernen Klosterladen, der irgendwie nicht zu einem Kloster passte, auch wenn Nonnen an den Kassen standen. Das Klostercafe hatte aber noch den erwarteten Charme und wir genossen einen Kaffee am Goldfischteich.

Das wunderschön restaurierte Kloster
Kaffee geht immer

Abends erkundeten wir den Wiesbadener Stadtteil Biebrich und besuchten dabei auch das direkt am Rhein liegende Schloss Biebrich mit seinem sehr schön gepflegtem Park. Der Abend endete dieses Mal bei Salsa-Klängen in einem umgebauten historischen Bootshaus.

Wanderung entlang der Uferpromenade
Da sieht man wo Geld steckt(e)

Am vierten Tag hatten wir immer noch nicht genug von alten Gemäuern und besuchten das Kloster Eberbach. Dort wurden die Innenaufnahmen von „Im Namen der Rose“ gedreht. Den Turm mit der Bibliothek und das Bad mit dem Holztrog sucht man vergeblich. Auch einen Scheiterhaufen gab es hier niemals. Wir fanden hier wunderschön restaurierte Gebäude und eine großzügige Außenanlage vor. Bei einer Wanderung innerhalb entlang der Klostermauern konnten wir die gewaltigen Ausmaße der gesamten Anlage bestaunen.

Die berühmte Kirche
Hier wandelten einst die Mönche
Hübsches Gebäude in der Anlage

Am Abend bereiteten wir noch einmal gemeinsamen das Abendessen zu, speisten vorzüglich und verbrachten den weiteren Abend mit Planung für eventuell kommende Unternehmungen.

Am nächsten Morgen war dann leider schon Aufbruchsstimmung im ganzen Haus. Wir räumten alle gemeinsam auf und machten unser Gepäck reisefertig. Mit einem gemütlichen Frühstück endete dann diese schöne harmonische, durch Klaudia geplante Gruppenfreizeit.
Herzlichen Dank an sie für ihre Gastfreundschaft.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter