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Während zu Pfingsten andere Leute zu Hause relaxten, rückten wir mit unserem Übernachtungsgepäck und zusätzlichen Spaten, Schaufeln, Rechen und Astscheren im Buchencamp an. Über den Winter und das verregnete Frühjahr hinweg hatten sich wieder unzählige, gemeine Ranken gebildet und massig Laub angesammelt. Dieses zu entfernen ist eine jährlich wiederkehrende Aufgabe. Weiterhin stand das Anlegen einer neuen Lichtung und die Entfernung des Dickichts im Bereich hinter der Feldküche auf dem Arbeitsplan. Im Herbst soll nämlich eine größere Gruppe beherbergt werden.

Feldküchenbereich hier ohne Dickicht
Die neu geschaffene Lichtung
Unser Freund der Igel (Igel:in?)

Nach der Begrüßung des diesjährigen Arbeitsteams am Sonntagmittag bei Kaffee und Kuchen bauten wir zügig unsere, dieses Mal recht unterschiedlichen, Nachtquartiere auf und legten sofort mit der Arbeit los. Wir kämpften bis zum späten Abend gegen Wurzeln, entfernten Totholz, sägten Brennholz, schnitten Dickicht zurück und entsorgten Unmengen von Laub am Waldesrand. Die im Camp heimische Igelfamilie wird es uns danken und im Gegenzug die Spider-Murphy-Gang in Grenzen halten. (Der Sinn erschließt sich erst wenn man graue Haare hat)

Übernachtung im Zelt
Übernachtung im Bivibag und Tarp
Übernachtung im Mückenshelter

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurden wir mit unserem strammen Programm fertig und zauberten uns ein reichhaltiges und deftiges Abendessen aus Rolis Proviantkisten. Irgendwie befand sich darin auch Maibowle, die ja angeblich im Juni nicht mehr schmeckt. Auf der Bank an der Rehwiese genossen wir unseren wohlverdienten Feierabend in der Gemeinschaft mit den Waldmeistergeistern. Im Schein der Stirnlampen suchten wir danach unsere luftigen Nachtquartiere auf und schliefen tief und fest bis uns am nächsten Morgen das fröhliche Vogelgezwitscher und Rolis Rumgeklappere mit dem Kaffee weckte.

Bauernpfanne zum Abendessen
Westernkaffee zum Frühstück
Schinken und Eier

Nach dem ersten Kaffee im Stehen bereiteten wir ein rustikales Frühstück zu und resümierten unseren, bisher sehr erfolgreichen, Arbeitseinsatz. Nach einer angeregten Namens-Diskussion soll die neu geschaffene Lichtung den Namen „Salon“ tragen und bekommt demnächst auch ein eigenes Schild. Wir sind ja schließlich ordentliche Leute und können nicht so einfach auf einem unbenannten Platz rumliegen.
Nach dem Abbruch des Lagers und einer weiteren, abschließenden Aufräumaktion verließen wir das Camp wieder in einem ordnungsgemäßen Zustand pünktlich noch vor dem Mittag.

Roland Schulz

Unser diesjähriger vierter Besuch im Buchencamp, speziell für Anfänger im Thema Bushcraft, stand unter besten Voraussetzungen. Wunderschönes und stabiles Wetter war vom Wetterdienst angesagt. Also stand schon einmal fest, dass ein Biwak unter dem Sternenhimmel durchgeführt werden konnte und die Zelte im Materialdepot blieben. Da es in den Tagen zuvor öfter geregnet hatte, gab es auch keine gefährliche Waldbrandstufe mehr und wir freuten uns ebenfalls auf ein abendliches Lagerfeuer.
Als Teilnehmer hatten sich ein junger Mann und erstmals eine junge Frau angemeldet, beide mit wenig Outdoor-Erfahrung, aber das wollten wir an diesem Wochenende ändern. Für beide sollte es die erste Nacht im Wald werden.
Da wir in diesem Jahr schon oft mit Kleingruppen im Camp waren, präsentierte sich das Camp in perfektem Zustand. Die Tische und Bänke waren schon beim letzten Mal repariert worden, das Brennholz war sauber aufgestapelt und kaum neue, hinterhältige Bodenranken hinzugekommen. An der Stelle nochmal herzlichen Dank an Thorsten, der hier noch vor wenigen Wochen, einen nachhaltigen Rundumschlag veranstaltet hat.
Zeitlich versetzt kamen wir im Camp an und so konnte ich mit Falk noch einen Ästeaufsammel-Rundgang machen, damit alles den kritischen Damenblicken standhielt. Als dann der Kaffee kochte, betrat auch Pia pünktlich das Camp und war von diesem Platz total begeistert. Mehr Lob brauchten wir auch nicht. Durch das weiche Licht der Herbstsonne leuchteten die Farben besonders warm. Nach dem obligatorischen Rundgang mit Benutzungsregeln der Örtlichkeiten und anschließender kleiner Kennenlernrunde gab es auf der Bank an der Rehwiese frischen Kaffee, etwas Kuchen und Instruktionen über den weiteren Ablauf unseres Wochenendes.

Herbst im Camp
Kaffee aus der Westernkanne

Es war nämlich nicht nur der normale Outdoor-Schnupperkurs geplant, sondern wir hatten zusätzlich ein noch nicht fertiggestelltes Bauprojekt zu vollenden. Da beide Teilnehmer handwerklich geschickt waren, den Umgang mit scharfen Werkzeug gewohnt waren und sich dazu bereiterklärten, konnte ich das wunderbar miteinander kombinieren.
Üblicherweise fangen wir mit den Gefahren des Waldes durch Tiere auf dem Boden und durch Astbruch an und wählten mit diesen Erkenntnissen einen geeigneten Lagerplatz. Da Zelte nicht in Frage kamen, konzentrierten wir uns auf die drei üblichen Tarpaufbauten und trainierten sie direkt in Verbindung mit den notwendigen Knoten und den verschiedenen Heringen. Als letztes war das Tipi-Tarp dran, das dann auch direkt für die kommende Übernachtung stehenblieb und direkt zur Verwendung bestückt wurde.

Unsere kleine Gruppe
Tarp in Tipiform mit umgeschlagenem Boden

Während der Mittagspause wurden schon viele Fragen der Teilnehmer direkt beantwortet.
Dann folgte Material- und Ausrüstungskunde und schon war es Nachmittag und wir begannen mit dem Aufbau unserer recht groben Anrichte. Pflöcke wurden gesucht und mit den scharfen Beilen angespitzt, Auflagebalken wurden gesägt, Löcher gegraben und Pflöcke eingetrieben. Für die 3m langen Baumstämme der „Tischplatte“ hatte uns Barbarossa beim letzten Mal schon 2 tote Bäume gefällt, die wir jetzt nur noch per Hand auf Maß sägen brauchten. Die neu angeschaffte Bügelsäge wurde also praxisnah eingeweiht. Wir sägten und hackten also ein paar Stunden, dann stand die fertige Anrichte pünktlich zum Abendbrot vor uns und konnte schon benutzt werden.

Hey Roli, die Anrichte ist aber jetzt nicht zum Relaxen gedacht!
Noch schnell ein Foto bevor alles aufgegessen ist

Letzte Feinheiten müssen zwar noch erledigt werden, aber ich brauchte die restliche Zeit im Hellen um ein Festmahl für meine Teilnehmer herzurichten. Es sollte frische Kartoffelröstis geben. Wir schälten, wuschen und rieben Kartoffeln um schmackhafte Pfannenröstis zu backen. Die hatten wir uns durch die Schreinerarbeit verdient. Während ich mit den heißen Pfannen jonglierte entzündeten die Teilnehmer das Lagerfeuer. Die Dunkelheit brach dann recht zügig über uns herein und wir verzehrten das Abendessen im Feuerschein. Bei dem traditionellen Nachtbesuch an der Rehwiese zeigte sich allerdings leider wieder kein Tier, wahrscheinlich bedingt dadurch, dass das große Feld davor abgeerntet war und keinerlei Versteckmöglichkeiten bot. Wir feierten am Lagerfeuer den Zusammenhalt unserer kleinen Gruppe die sich so gut verstand und verschwanden kurz vor Mitternacht unter den Tarps.

Die Nacht war für diese Jahreszeit entschieden zu warm und ich brauchte meinen dicken Winterschlafsack gar nicht ganz zu schließen. Am nächsten Morgen wurden wir zwar recht früh durch Vogelgezwitscher geweckt, aber genossen es dann noch, in der absoluten Friedlichkeit des Waldes etwas zu dösen.

Lagerfeuerromantik
Guten Morgen Camp!

Nach einer Katzenwäsche und Zähneputzen am Wasserkanister kochten wir gemeinsam Kaffee und tranken durstig den Ersten schon im Stehen. Danach bereiteten wir unser weiteres Frühstück, bestehend aus frischen Burgern, in der Pfanne zu. Welch ein Komfort mitten im Wald!

Roli und sein Minitarp
Pfannen-Burger zum Frühstück

Der Abwasch war schnell erledigt und wir hatten danach noch genügend Zeit um in Ruhe in der Sonne zu sitzen und zu klönen. Jetzt war auch die richtige Gelegenheit, letzte Fragen zur Ausrüstung zu klären. Irgendwie wehmütig (alle hingen ihren Gedanken nach) wurde das Lager abgebrochen, alles Material gesäubert und in den Kisten verstaut. Pünktlich um 12 Uhr hatten wir das perfekt aufgeräumte Lager wieder verlassen, denn Barbarossa kommt immer nachmittags nachschauen.

Ich war tatsächlich schon etwas aufgeregt, als ich die Anmeldung zu dem Schnupperkurs ausgefüllt und an die Wildgänse gemailt hatte. Es sollte schließlich meine erste Übernachtung im Wald werden. Eine Infrastruktur wie auf einem Campingplatz konnte ich dort also nicht erwarten. Einen Tag später erhielt ich bereits eine Bestätigung mit einer Liste für meine private Ausrüstung, die ich mitbringen sollte. Bis zum Veranstaltungstermin waren es nun noch drei Wochen in der die Spannung stieg.

Am betreffenden Samstagmorgen war es dann endlich soweit und ich traf Roli pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Er war mit einer großen Menge an Ausrüstung aufgetaucht, obwohl ich doch der einzige Teilnehmer war. Hinterher stellte sich heraus, dass wir im Rahmen der Materialkunde fast jedes Teil gebraucht oder wenigstens besprochen haben. Auch an Lebensmitteln herrschte keine Knappheit. Nach der Begrüßung wanderten wir zum Camp und errichteten als Erstes ein riesiges Tarp zum Regenschutz, denn die Wettervorhersage hatte leider Regen und niedrige Temperaturen angekündigt. Hierbei lernte ich schon einiges über die Wahl eines geeigneten Lagerplatzes.

Hierunter bleibt alles trocken
Besuch im Camp

Unter dem Schutz der Folie bauten wir zwei kleine Zelte auf und ließen dazwischen noch Platz für die Feldküche. Während Roli das Mittagessen vorbereitete, begann auch schon die Materialkunde über verschiedenen Kocher und Brennstoffe und deren Vor- und Nachteile. Die verschiedenen Typen waren alle vorhanden und konnten ausprobiert werden. Nach dem Mittagessen begannen wir mit Knotenkunde und Tarp-Aufbauten für verschiedene Witterungen. Es folgten dann Informationen und praktische Anwendungen von Schlaf- und Biwaksäcken und sogenannten Bivibags, der Kombinationen aus beiden.

A-Frame
Tipi-Tarp
Diamond

Bei einem frisch gekochten Kaffee und leckerem Streuselkuchen verarbeitete ich zuerst einmal die ganzen, für mich neuen Informationen. Was für ein toller Komfort mitten im Wald!

Der Kuchen war natürlich gekauft
Das Abendessen wird immer frisch zubereitet

Danach flogen die Späne, denn es wurde gesägt, gebohrt und geschnitzt, weil wir einen der großen Tische im Camp reparieren, bzw. stabilisieren mussten. Es wurden dazu stabile Holzverbindungen hergestellt, die mit zusätzlichen Holzdübeln gesichert wurden. Dazu wurde einfach das um uns herum im Wald vorhandene Totholz genutzt. Bei der Zubereitung des Abendessens wurde der neue Tisch schon in Betrieb genommen. Diesmal flogen wieder Späne, aber mehr Gemüseschalen und Wurstscheiben. Wir bereiteten uns eine deftige Bauernpfanne mit frischen Zutaten. Dabei wurde jeweils der von uns favorisierte Kocher benutzt.

Jägerpfanne nach Bushcraft Art
Thorsten in seinem Element

Es wurde eine echte Schlemmermahlzeit. Passend zum Abendprogramm erschien auch wieder Barbarossa um nach dem Rechten zu sehen und uns mit frischem Hopfensaft zu versorgen. Es wurde ein recht lustiger Abend. Nach dem Abwasch gingen wir zu der schönsten Stelle im Camp, der Bank an der Rehwiese, und warteten auf die Tiere. Da es jedoch leider schon zu dunkel war sahen wir aber nur noch einige Augenpaare in der Dunkelheit leuchten. Die mittlerweile aufgezogene Kälte vertrieb uns dann auch ziemlich schnell und wir gingen ins Camp zurück, um müde in die Schlafsäcke zu kriechen. Mitten in der Nacht setzte dann der Regen ein und trommelte auf unser Tarp. Ich war sehr froh, dass wir bei unserer Ankunft vorgesorgt hatten und das Riesending prophylaktisch montiert hatten. Roli nebenan störte sich auch nicht besonders daran und schlief einfach seelenruhig weiter.

Am nächsten Morgen bereitete ich den Kaffee für meinen Gastgeber zu, um die Lebensgeister zu wecken. Nach dem ersten Kaffee bereiteten wir dann zusammen unter dem Tarp, in der trocken gebliebenen Feldküche, frische Burger zu und frühstückten gemütlich.

Danke für den Morgenkaffee!
Roli in der Feldküche
Ja, auch mit Mayo

Das war wieder ein kulinarisches Highlight, welches ich so im Wald wirklich nicht erwartet hatte. Nun war mir auch klar warum wir so viel an Ausrüstung mitgeschleppt hatten. Bei Roli braucht wirklich niemand zu verhungern.

Der Rest ist schnell erzählt, wir bauten in einer Regenpause alles bis auf das Tarp ab. Dadurch blieb die komplette Ausrüstung trocken und wir brauchten nur noch zuletzt das nasse Tarp einpacken. Danach gingen wir zum ursprünglichen Treffpunkt zurück und unsere Wege trennten sich. Ich freue mich schon auf das nächste Mal.

Thorsten

Schon lange im Voraus hatten wir uns zufällig das schönste Wochenende im März für diesen Arbeitseinsatz ausgesucht. Aus diesem Grund erschienen wir auch hoch motiviert, um die anstehenden Arbeiten bei Sonnenschein zu erledigen und abends lange klönen zu können.
Die im letzten Jahr sehr gründlich entfernten Ranken waren nicht so stark wie befürchtet nachgewachsen, sodass wir uns an ein Terraforming-Projekt trauten und einen kleinen, aber sehr störenden Hügel abtragen wollten. Hier kamen Spitzhacke und Schaufeln zum Einsatz und in Ermanglung einer Schubkarre schaufelten wir stattdessen die Erdmassen händisch weg und schufen ein ansehbares, gerades Plateau.

Genau in der Mitte, und Peter war da wirklich sehr genau, errichteten wir eine sichere Feuerstelle mit einem ebenen, steinernen Untergrund. Darunter und in der Nähe wurde ebenfalls sämtliches Wurzelwerk entfernt. Hier können wir nun gefahrlos unsere Kocher aufstellen und abends ein kleines Feuerchen entzünden wenn sich das mit dem Waldbrandgefahrenindex und den Vorgaben des Eigentümers vereinbaren lässt. Das sind aber leider nur die wenigsten Tage im Jahr.
Da die Mittagspause aus Zeitmangel leider wegfallen musste leisteten wir uns nach diesem Einsatz auch den Luxus einer kurzen Kaffeepause mit frischem Streuselkuchen.

Der nächste Schritt war die Befreiung des Waldbodens von altem Laub und Ästen im Bereich des Schlafplatzes. Hier fielen aufgrund der großen Fläche gewaltige Mengen an, aber wir wollten den Krabbeltieren keinen unnötigen Unterschlupf bieten. Außerdem sind verlorene Gegenstände auf dem freien Waldboden besser zu sehen und er trocknet nach Regen schneller ab.

Die Sache mit dem großen Gruppentarp als Regenschutz hat die meiste Zeit in Anspruch genommen. Hier probierten wir mehrere Aufbauvarianten und Befestigungsmöglichkeiten aus. Bei einer Fläche von 5x6m drückt der Wind so gewaltig, dass wir wegen der Ausreißgefahr keine der eingesetzten Ösen verwenden konnten und auf alternative Befestigungstechniken zurückgreifen mussten. Die im richtigen Abstand stehenden Bäume in Verbindung mit überdimensionalen Zeltnägeln brachten das beste Ergebnis. Peter schuf dazu in freier Baumklettertechnik aus Bandschlingen und Schraubkarabinern die notwendigen, stabilen Fixpunkte. Danach bauten wir alles wieder ab, da wir ja unter freien Himmel schlafen wollten. Damit war das eigentliche Arbeitsziel erreicht und Barbarossa erfreute uns nach getaner Arbeit mit einem schön gekühlten Bierchen und einigen selbstgefärbten, verfrühten Ostereiern.

Damit war dann auch der offizielle Startschuss zum Feierabend erfolgt und wir bereiteten in aller Ruhe das Abendessen vor. Wie immer gab es frische Zutaten. Kartoffeln wurden gebraten, Gemüse und Pilze geputzt. Mit Wildschweinwurst, Tomaten und Kräutern dazu, wurde das eine richtig deftige Bauernpfanne. Wir genossen das Festmahl an unserem kleinen Lagerfeuer, schauten zu den Sterne hoch und tauschten unsere gesammelten Bushcraft-Erfahrungen aus. Mit einem Glas Rotwein wurde der Abend beendet und wir krochen ein wenig später unter dem klaren Sternenhimmel müde und satt in unsere Schlafsäcke.

Am nächsten Morgen weckte uns das fröhliche Gezwitscher der Vögel in den Bäumen direkt über uns aus einem erholsamen Schlaf. Wer so etwas noch nie erlebt hat, der hat wirklich etwas versäumt.
Eine Nacht mit Freunden im Wald ist nämlich etwas ganz Besonderes, denn auch als Erwachsener fühlt man dort in der Gruppe Geborgenheit.
Bei einem rustikalen Frühstück mit starkem Kaffee und Rührei mit Speck schmiedeten wir dann schon wieder Pläne für den nächsten Aufenthalt. Ein weiteres Bauprojekt steht auf dem Plan. Danach packten wir unsere Ausrüstung zusammen und räumten das Camp noch einmal auf, bevor wir uns verabschiedeten.

Wegen der anhaltend hohen Waldbrandgefahr verzichteten wir auf das geplante Biwak über das Wochenende und veranstalteten stattdessen einen eintägigen Arbeitseinsatz, denn zu tun gibt es natürlich immer etwas im Camp. Da wir nur zu zweit waren, hatten wir auch nur zwei kleine Projekte geplant. Eine rustikale Sitzgruppe um die Feuerstelle und ein Gestell für den Brennholzvorrat. Normalerweise benutzen wir keine motorbetriebenen Werkzeuge aber in dem Fall machten wir eine Ausnahme um die dicken Baumstämme in Stücke zu sägen. Jeweils zwei dünnere Stämme als Auflage für den Boden wurden ausgekehlt um die dicken Stämme aufzunehmen. Ein paar Erdarbeiten mit dem Klappspaten waren noch notwendig, dann entstanden auch schön parallele Sitzflächen.
Passend zur Mittagspause waren wir damit fertig und haben sie „eingesessen“.
Den Nachmittag verbrachten wir mit weiteren Sägearbeiten um unseren Brennholzvorrat zu ergänzen und um das Lager aufzuräumen. Hierzu gehörte auch die Entfernung der letzten Dornenranken die noch auf dem zentralen Platz wucherten, denn es ist nicht lustig wenn man nachts darin hängen bleibt.
Recht zufrieden mit unserer Arbeit trennten wir uns nach einem Abschlußkaffee und freuten uns auf die nächste gemeinsame Aktion.

Mit dem Umzug vom Ausbildungslager der Pfadfinder in Marienthal an der Holländischen Grenze in das neue, wesentlich näher gelegene Buchencamp kam eine Menge Arbeit auf uns zu. Nach voran gegangenen Gesprächen mit dem Eigentümer der uns die Verhaltensregeln und Auflagen für das abgelegene Waldstück erklärte, musste dort zuerst einmal ordentlich Pionierarbeit geleistet werden. Am Freitagnachmittag standen wir dann mit unserer persönlichen Ausrüstung und jeder Menge Gartenwerkzeug inmitten von meterlangen, stachelbewerten Ranken, Ilex-Büschen und Brennnesseln auf einer überwucherten Lichtung. Die Aufgabenverteilung war sehr schnell klar, wir brauchten zuerst einen gescheiten Platz zum Schlafen und eine Toilette. Dank der stabilen Wetterlage konnten wir auf den standardmäßig als erstes zu errichtenden Regenschutz verzichten. Wir bildeten zwei Teams die sofort die Arbeit aufnahmen. Für den Bereich der Toilette suchten wir uns ein dichtes, nicht einsehbares Gehölz, rodeten den Zugang und schafften ein Eingangsbereich. Im Inneren wurden alle „beim Geschäft“ störenden Pflanzen entfernt und am Eingang ein vorbereitetes Schild aufgehängt. Der Zugang zum Lagers wurde ebenfalls mit einem rustikalen Begrüßungsschild versehen, damit Gassi-gehende Hundebesitzer in Zukunft Rücksicht nehmen.

Die Lichtung wurde so gut es geht von allen Ranken befreit und am Nachmittag gruben wir schon die ersten störenden Wurzeln aus und legten eine sichere Feuerstelle an. Bis zum Abend hatten wir diese schweißtreibenden Arbeiten erledigt und auch kräftig unseren Wasservorrat dezimiert. Geduldig ging Simon mit den Kanistern zu der nahe gelegenen Zapfstelle um die wichtigen Trinkwasservorräte wieder aufzufüllen. Beim Abendessen stärkten wir uns mit frisch gebackenen Bannock mit Speck aus der Pfanne. Das ist eines unserer Lieblingsgerichte für den Abend im Camp.

Danach war nur noch Freizeit angesagt und wir fingen an Pläne für den nächsten Tag zu schmieden. Mit Einbruch der Dunkelheit errichteten wir zügig unsere Biwaks und krochen in die Schlafsäcke unter dem Sternenzelt. Ich persönlich habe ein wenig das gewohnte Froschkonzert aus dem alten Camp vermisst.
Am nächsten Morgen waren wir relativ früh wach, denn die Vögel ließen uns keine andere Wahl. Es wurde Kaffee gekocht, gefrühstückt und wir bildeten wieder zwei Arbeitsteams. „Team Tisch“ und „Team Bank“. Am Waldesrand hatten wir nämlich eine geeignete Stelle an der Rehwiese entdeckt, an der wir eine rustikale Bank errichten wollten und für den Lagerplatz brauchten wir noch eine zweite Picknicktisch-Kombination. Bis zum Mittag wurde gehackt und gesägt, dass die Späne nur so flogen. Die Mittagspause war kurz und wir aßen nur die dazu vorgesehen EPA’s um wenig Zeit mit Kocherei zu verschwenden. Der Kaffee danach mobilisierte wieder unsere Kräfte und gegen Abend waren Tisch und Bank fertig. Ehrlich gesagt war „Team Bank“ viel früher fertig denn unser Waldhandwerker Peter ist der einzige Profi unter uns und arbeitete mit seinem Team sehr effektiv.

Als dann auch die neue Picknicktisch-Kombination stand konnten wir unser Abendessen darauf vorbereiten und als Buffett aufbauen. An dem zweiten Tisch konnten wir endlich manierlich im sitzen essen. Das war wirklich schon ein echter Luxus gegenüber dem früheren Waldbodengekrauche. Nach dem Abwasch wurde dann die nagelneu Bank am Waldesrand standesgemäß eingeweiht. Bei dem uns gebotenen tollen Ausblick in die freie Natur blieben wir bis zum Sonnenuntergang dort sitzen und führten angeregte Gespräche. Eine Anekdote nach der anderen aus unseren gemeinsamen Abenteuern wurde vorgetragen und wir lachten wieder wie junge Männer bis die Augen tränten.

Der weitere Abend verlief dann sehr ruhig und wir genossen einfach nur die Ruhe im Camp. Erstaunlicherweise gab es fast keine Mücken die uns nerften und wir genossen die sich abkühlende Waldluft. Mit einbrechender Dunkelheit richteten wir wieder unsere Nachtlager her und kuschelten uns in die Schlafsäcke.
Am nächsten Morgen konnten wir tatsächlich lange ausschlafen, denn alle wichtigen Aufgaben die wir uns für das Wochenende vorgenommen hatten waren erledigt. Nach dem traditionellen ersten Kaffee vor dem Frühstück, bauten wir unsere restlichen Lebensmittel komplett auf den Tischen auf und frühstückten danach ganz in Ruhe und sehr lange.

Danach kam wie immer die übliche Prozedur des Lagerabbaus. Die Biwaks wurden zusammengelegt, die persönliche Ausrüstung wurde in den Rucksäcken verstaut und das eigene Werkzeug zusammengestellt. Nun blieb nur noch die Feuerstelle abzubauen und unsere Spuren zu verwischen. Außer den rohbelassenen Holzkonstruktionen sollte nichts mehr auf unseren Aufenthalt hinweisen. Wir genehmigten uns danach noch ein paar Minuten auf der neuen Bank, dann trenneten sich unsere Wege und wir fuhren nach Hause.

Ein Flug durchs Camp

In den vergangenen Jahren haben wir uns sehr mit verschiedenen Tarpaufbauten, Feuermachen auf vielerlei Arten, Grillen oder „Fertigmahlzeitenerhitzen“ beschäftigt. Diesmal wollten wir neue Wege gehen. Obwohl Regenschauern angesagt waren, wollten wir im Freien schlafen, unsere Mahlzeiten frisch zubereiten und auf Strom und Gas verzichten.

Naja, der Gasverzicht hat dann doch nicht so ganz geklappt, obwohl der nur mit Holz betriebene Hobokocher fast dauerhaft im Einsatz war. Daran werden wir also noch arbeiten müssen.
Da wir wegen den drohenden Regenwolken doch etwas Respekt bekommen hatten, sicherten wir unseren Schlafplatz wenigsten mit dem großen Gruppen-Tarp gegen Nässe von oben ab. Später in der Nacht stelle sich heraus, dass das eine sehr, sehr weise Entscheidung war.

Am nächsten Morgen klarte der Himmel dann auch auf und wir waren sofort gutgelaunt. Wir hatten alles was Männer so brauchen, warme Brotfladen (Bannock) aus der Pfanne, starken Kaffee und Eier mit Speck. Es wurde ein herrliches Frühstück unter freiem Himmel und wir schmiedeten dabei Pläne über den groben Verlauf des rustikalen Wochenendes.

Als Peter dann mit klapperndem Geschirr zum Abwaschen losging war uns klar, dass der gemütliche Teil vorbei war. Wir wollten eigentlich zuerst primitive Holzverbindungen mit nur handbetriebenen Wegzeugen herstellen. Eine vorgefundene Baumscheibe, die nur noch von einer Seite bearbeitet werden musste, animierte uns dann aber zum Bau eines primitiven Tisches. Der Vorgang war recht schwierig wenn man gar nichts zum Ablegen hat, deshalb wurde der Plan zurückgestellt und erst einmal ein Sägebock hergestellt. Auch das war nicht gerade einfach wenn man zuerst nur auf dem Boden kniend arbeiten kann, aber das war eine unsere Zielsetzung. Aus Nichts was bauen. Die Schrägverzinkung wurde auch nicht so toll aber er hielt dann doch mit einer Hilfsschnürung. Mit einer gescheiten und stabilen Ablagemöglichkeit kann man dann schon viel besser schreinern.

Das Tischprojekt wurde wieder aufgegriffen und mit vereinten Kräften realisiert. Das Bohren der Löcher für die Tischbeine mit dem Schneckenbohrer ging besser als gedacht. Wir hatten uns das mühseliger vorgestellt. Aus einer weiteren, sehr dicken  Baumscheibe entstand dann noch ein dreibeiniger Hocker der Sacklöcher bekam. Die Kreativität war nicht mehr zu bremsen und wir füllten sogar den hässlichen Spalt im Tisch und die Bohrlöcher noch mit flüssigem Kerzenwachs aus. Das ist zwar keine Lösung für die Ewigkeit aber die Tischplatte sah dadurch einfach besser aus.

Nachdem alle sehr zufrieden probegesessen und gefachsimpelt hatten wurde es auch schon Zeit für das Abendessen.
Ein feudales Mahl wurde frisch zubereitet in das nur die allerfeinsten Zutaten kamen. Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika und Pilze. Ein paar ganz wenige Wurstscheiben rundeten dann das sehr rustikale Mahl ab. Wir schmausten um die Wette und überlegten, uns in einer der Koch-Shows damit zu bewerben. Das war dann glaube ich, nachdem wir eine verirrte Weinflasche auf unserem Tisch entdeckten hatten.

Der nächste Morgen begann dann nur mit Kaffee, Speck und Eiern. Jemand hatte nur Mehl für einen Tag besorgt. 🙁 Außerdem wollten wir ja auch nicht verschwenderisch mit den Ressourcen umgehen und Mehl ist ja auch richtig teuer ….(Zitat). Es war alles zusammen ein wirklich supertolles und lustiges Wochenende und hat unsere Freundschaft damit weiter gefestigt. Beim nächsten Mal wird es noch besser, denn dann wir werden mit dem Sägebock beginnen…..