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Am Samstagmorgen trafen sich 5 Kochfreunde im Buchencamp um mit dem Dutchoven ein kulinarisches Abenteuer zu erleben. Der große, gusseiserne Topf ist geschaffen für die warme Verpflegung einer Gruppe unter Outdoorbedingungen. Obwohl er relativ schwer ist (also nichts für den Rucksacktransport) ist er dafür sehr gut geeignet da er mit Holz, Kohle oder Briketts befeuert werden kann und gutmütig im Umgang ist. Solange man genügend Flüssigkeit im Topf hat brennt auch bei langen Garzeiten so gut wie nichts an.

Dutchoven mit Ober- und Unterhitze
Der theoretische Teil des Kurses

Peter leitete die Veranstaltung und unterwies die Teilnehmer in Theorie (Historische Herkunft und Berechnung der Garzeiten und Brikettmengen) und Praxis bei dem kommunikativen Teil des Schnibbelns und der Schichtung beim Befüllen. Eigentlich war auch ein Biwaken über Nacht geplant aber die Aussicht auf das Regenwetter am nächsten Morgen hat uns davon abgehalten. Die berechnete Zeitplanung passend zum Abendessen war perfekt und nach Befreiung des Topfes von der Asche und dem Öffnen kam uns ein unglaubliches Aroma entgegen.

Das fertige Essen
Das fertige Menü

Das Fleisch hatte 3 Stunden lang gegart und war so zart, das es sich kaum noch mit der Zange packen ließ. Die Messer brauchten wir wirklich nicht zum Schneiden benutzen. Das Gemüse war ebenfalls butterzart und von den gewaltigen Mengen die wir hinein gepackt hatten, kaum noch was zu sehen. Das einzige Problem war nur, mit fünf Mann den Topf leerzukriegen ohne zu platzen. Aber auch das wurde geschafft und wir freuten uns über den sonst ungeliebten Teil des Aufräumens und Saubermachens danach, weil wir uns dabei wieder ordentlich bewegen und rumlaufen konnten. Viele Hände, schnelles Ende und Ruck Zuck war alles wieder sauber und in den Autos verstaut. Aus irgendeinem Grund wurde es abends wieder warm und wir bekamen einen klaren Himmel mit einem tollen Sonnenuntergang während wir im Camp vor dem Aufbruch den schönen Tag noch einmal reflektierten.
Unser Fazit: Das müssen wir wiederholen.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter

Wie bereits in den vergangenen Jahren veranstalteten wir für den DAV-Landesverband NRW gemeinsam mit den Familiengruppenleitern und -leiterinnen unserer heimischen Sektionen ein spannendes Wochenende im Buchencamp.

Für dieses Wochenende waren erfreulicherweise deutlich gemäßigtere Temperaturen vorhergesagt als an den sehr heißen Wochenenden zuvor. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit war jedoch offenes Feuer untersagt, sodass wir unser Programm anpassen mussten. Anstelle der geplanten Survival-Elemente mit Feuer standen die Lehreinheiten „Lagerplatzsuche“ sowie „Grundlagen der Orientierung“ mit einer Einführung in die Arbeit mit Karte und Kompass auf dem Programm. Darüber hinaus sollte der sichere Umgang mit primitiven Waffen vermittelt werden. Geübt sollten das Schießen mit Pfeil und Bogen sowie Blasrohr, außerdem Axt- und Messerwerfen werden. Insgesamt waren wir an diesem Wochenende 20 Personen.

Für uns drei Funktioner – Thorsten (Koch), Gregor (Outdoor Trainer) und mich (Campleiter) – begann der Aufbau bereits am Freitagmittag. Gemeinsam transportierten wir die Ausrüstung ins Camp und konnten den Teilnehmenden um 18 Uhr ein bestens vorbereitetes Lager präsentieren.

Nach der Einweisung in die Nutzung der neuen Toilette wurden die notwendigsten Camp-Regeln erklärt, die Zelte und Hängematten aufgebaut und eingeräumt. Anschließend wurde gemeinsam zu Abend gegessen.

Thorsten hatte hierfür eine herzhafte, frisch gekochte Kartoffelsuppe zubereitet. Im Anschluss folgte der traditionelle Vortrag „Gefahren in deutschen Wäldern“.

Danach stand der restliche Tag bis zur Nachtruhe zur freien Verfügung.

Nach einem rustikalen Frühstück am Samstagmorgen begann Gregor mit dem Aufbau und der Vorbereitung der Übungsstationen. Ich führte in dieser Zeit die Lehreinheit „Lagerplatzsuche“ durch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich äußerst aktiv und stellten viele interessante Fragen. Als ich mit dem Vortrag abgeschlossen hatte, hatte auch Gregor die Vorbereitungen beendet und ich konnte die Gruppe pünktlich an Gregor übergeben.

Als erstes gab es eine Einführung in die Schlangenkunde. Eine aus der Schlangenfarm mitgebrachte einjährige Ringelnatter war dafür das Studienobjekt. Um das Tier nicht unnötig zu stressen wurde dieser Teil kurz gehalten.
Weiter ging es mit den praktischen Übungen, die aus Sicherheitsgründen in einem anderen Teil des Waldes stattfanden. Bei der ersten Station wurde Blasrohrschießen geübt, wobei nur ein Element getroffen und viele Elemente nicht getroffen werden sollten. Das fertige Mittagessen unterbrach die Übung. Thorsten hatte diesmal Nudeln mit Tomatensoße gekocht. Man brauchte gar nicht zu fragen ob es geschmeckt hatte, denn es wurde alles bis auf die letzte Nudel weggeputzt. Nach der Mittagspause ging es mit etwas Wildkräuterkunde weiter. Die weißfarbige, wilde Möhre mit ihrem täuschend echten Scheininsekt und das Johanniskraut wurden vorgeführt und erklärt. Dann ging es mit dem schon sehnsüchtig erwarteten, praktischen Teil weiter.

Das beliebte Bogenschießen stand als erstes auf dem Programm. Nach der Einweisung fand Pfeil für Pfeil sein Ziel. Später wurden noch Axt- und Messerwerfen erklärt und sich ebenfalls darin geübt. Die Scheiben füllten sich mit derben Kerben und Scharten und die Trefferrate wurde immer besser.

Pünktlich mit dem Durchlauf durch die letzte Station war auch das Abendessen fertig. Diesmal hatte unser Feldkoch Thorsten Chili sin Carne zubereitet. Auch dieses frisch zubereitete Essen wurde bis auf die letzte Bohne verputzt.

Nach den notwendigen Spül- und Aufräumarbeiten war bereits die Dämmerung eingetreten und die obligatorische Nachtwanderung konnte gestartet werden. Diesmal mussten zwölf versteckte Runen im benachbarten Wald gefunden werden. Einen lustigen Spiegel, der die Betrachter verzerrte, haben sie auch noch unterwegs gefunden. Mit ihren erbeuteten Trophäen kehrte das stolze Wanderteam kurz vor Mitternacht zurück und verschwand ziemlich schnell und hundemüde in den Zelten oder Hängematten.

Am Sonntagmorgen haben wir alle etwas länger geschlafen und begannen den Tag im Camp mit einem ausgedehnten Frühstück und viel Kaffee. Wie geplant wurden dabei fast alle Vorräte verbraucht. Da man mit vollem Bauch nicht direkt herumrennen soll, überprüfte ich nun das hängengebliebene Wissen aus dem Vortrag „Lagerplatzsuche“ und trug die Punkte auf den Laufzetteln der Kinder ein.
Die anschließende Auswertung ergab einen Punktegleichstand bei zwei Kindern und wir mussten leider durch Schnick-Schnack-Schnuck den Sieger ermitteln.
Ein großes Buch über Outdoortechniken war der Gewinn.

Bei der anschließenden Reflektionsrunde kam jeder zu Wort und konnte seine Impressionen oder Anregungen zu Verbesserungen wiedergeben. Nach einstimmiger Meinung nach war es wieder eine äußerst positiv gelungene Veranstaltung.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter

Sektempfang vor den beiden Wahrzeichen der Stadt

Dem Ruf unserer wohl südlichsten Sektionsmitglieder folgend, besuchten wir endlich die wunderschöne Hafenstadt Lindau mit ihrem mediterranen Flair und feierten das Wiedersehen mit den dort ansässig gewordenen Freunden. Sie hatten für uns ein abwechslungsreiches Programm aus urbanen und alpinen Unternehmungen zusammengestellt.

Noch am ersten Abend bekamen wir eine exklusive Stadtführung durch Heike und Achim von den historischen Gebäuden bis hin zu den Wahrzeichen der Stadt im Hafen.
Gleich am nächsten Tag unternahmen wir wetterbedingt, es sollte laut Wettervorhersage der einzige schönste Tag werden, eine Wanderung über den Pfänderrücken zum gleichnamigen Gipfel. Mit dem Landbus fuhren wir dazu über die Grenze nach Österreich und erreichten den Ausgangspunkt Möggers bei strahlendem Sonnenschein. Über unschwere Wald- und Schotterwege ging es stetig bergan während es immer diesiger wurde. Als der Sendeturm auf dem Gipfel in Sicht kam, setzte Regen ein und der hässliche Turm verschwand verschämt im Nebel.

Den Gipfel bestiegen wir trotzdem obwohl die Sicht nicht viel hergab. Für den Abstieg benutzten wir die Bergbahn und landeten in der Talstation Bregenz.

Pfändergipfel

Natürlich mussten wir nach einer kurzen Stadtführung auch das diesjährige Bühnenbild auf der weltberühmten Seebühne bestaunen. Im Juli wird dort „La traviata“ aufgeführt.

Am nächsten Tag, es war noch am Abend zuvor Regen angesagt, splittete sich die Gruppe deswegen auf und es wurde dann doch bei schönstem Sonnenschein:

  • Das Zeppelinmuseum in Friedrichshafen besichtigt.
  • Das Stadtmuseum Cavazzen in Lindau samt dem oft erwähnten Dachgebälk besucht.
  • Die Geheimnisse der Innenstadt samt Hinterhöfen erforscht.
  • Die Wanderhungrigen erforschten hingegen das Umland mit seinen gefährlichen Spielgeräten.

Am nächsten Tag stand eigentlich, einzig und allein, ganz offiziell der Besuch von Meersburg auf dem Programm. Die Damen konnten jedoch der Nähe zu dem VauDe Outlet nicht widerstehen und wollten sich im Shop auszurüsten, während die Männer im Quartier blieben weil sie ja nie was Neues brauchen.

Nach dem Mittag benutzten wir für die Fahrt nach Meersburg die Regio-Bahn und einen Linienbus, der wohl von seinem Fahrer für einen Reisebus gehalten und mit fröhlicher Schlagermusik beschallt wurde.
Im Städtchen angekommen bummelten wir bei schönstem Sonnenschein in Kleingruppen durch die malerische Stadt und erforschten steile Gassen, den Hafen und die Cafés. Pünktlich zum Abendessen trafen wir uns alle in einem netten Restaurant wieder und feierten dort den letzten Abend. Ein Bus (diesmal ohne Schlagermusik) und die Regio-Bahn brachten uns wieder zurück nach Lindau und ein abschließender Spaziergang auch zurück zum Quartier und verabschiedeten wir uns von unseren Lindauer Sektionsmitgliedern.

Der letzte Morgen kam leider wie immer viel zu früh und wir mussten die Heimreise antreten. Das Wetter bot uns auch wieder, entgegen der Vorhersage, ein tolles Rückreisewetter.
Es war eine sehr harmonische Städtetour mit einer ganz tollen Gruppe, bei der wir in der kurzen Zeit sehr viel unternommen haben und trotzdem noch Zeit zur persönlichen Verfügung hatten.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter

Entspannt, gelassen, heiter in das Jahr starten, die Gemeinschaft unter Frauen genießen und ein weiteres Mal feststellen, wie schnell man sich öffnen und auf neue Menschen zugehen kann. Sein dürfen, wie man ist, oder sich ungeniert Pausen gönnen zu dürfen, ohne lange Erklärungen abgeben zu müssen. Respekt und Wertschätzung erfahren. Das waren die Wünsche für unsere 4-tägige Auszeit zum Jahresbeginn in der Eifel.

Sieben Frauen. Einige kannten sich, andere trafen am Mittwochnachmittag in der Eifel zum ersten Mal aufeinander. Vier Tage galt es gemeinsam unter dem Motto „mit Schwung ins neue Jahr“ zu gestalten. Jede Einzelne war eingeladen, ihr Können, ihre Ideen und ihre Wünsche einzubringen und gut für sich selbst zu sorgen.

Auf dem Programm standen dann: Eine kleine Wanderung nach Heimbach mit Einkehr und wunderschönen Fotos im Schnee, CANTIENICA- und QiGong-Einheiten, auch mal spontan in der Küche, eine Meditation in Vorbereitung auf den Schwellengang am vorletzten Nachmittag, das Schreiben eines Briefes an sich selbst, den eine der anderen im Dezember 2026 verschicken wird. Spiel- und Skatrunden, frisch gebackene Brötchen und frisch gebackenes Brot, leckere Mahlzeiten und stimmungsvolle Kaffee- und Teetische.

Der Austausch war lebhaft und getragen von herzlichem Interesse und großer Empathie. Jede durfte die Zeit so nutzen, wie sie wollte. Wir hatten einfach viel Spaß zusammen. Und nicht zu vergessen: das vielfältige vegetarische Essen und dessen liebevolle und heitere Zubereitung im Team. Am Ende sind wir alle beschwingt und aufgetankt ins neue Jahr gestartet. 2026 darf kommen und es darf leicht werden! Und 2027 sehen wir uns in gleicher oder ähnlicher Runde wieder!

Eure Anne

Zum Jahreswechsel unternehmen die Wildgänse immer eine Gruppenfreizeit mit einem ganz besonderen Kulturprogramm. Dieses Jahr war wieder einmal die Stadt Hamburg das Ziel. Die DJH an der Horner Rennbahn ist ein zwar ein kostengünstiges Quartier, bietet aber sehr komfortable Zimmer für unsere spezielle Gruppenzusammensetzung, eine super Verpflegung und ein tolles Silvester-Rahmenprogramm. Sie liegt allerdings nicht gerade im Zentrum, ist aber mit den Öffis gut erreichbar. Die Transferzeiten durften allerdings bei unserem strammen Programm nicht vernachlässigt werden.

Fast alle elf angemeldeten Teilnehmer/innen trafen je nach gewählter Anreise schon kurz nach Mittag in unserem Quartier ein. Nach dem Einchecken bezogen wir alle schnell unsere Zimmer und trafen uns zu einem Begrüßungskaffee in der Lobby. Ein kleiner, kommunikativer Spaziergang in der Dämmerung über die momentan stillgelegte Galoppstrecke der Pferderennbahn sorgte dann schon für Appetit auf das Abendessen. Es wurde leider nur ein kurzes Mahl, denn der erste Programmpunkt stand kurz bevor.

Willkommen in Hamburg
Sektempfang auf dem Miami Platz

Dieses Mal fand unser traditionelle Sektempfang auf dem edlen Miami Platz statt. Er liegt direkt hinter dem neu erbauten Westfieldcenter in der Hafencity. Anschließend fanden wir uns zum nächsten Highlight im direkt nebenan gelegenen Kinocenter ein, um den überlangen Film „Avatar“ zu schauen. Mehr als drei Stunden später brachte uns die U-Bahn dann hundemüde zurück zum Quartier. Das war ein sehr langer Tag für uns und wir fielen nur noch in die Betten.
Am nächsten Tag war allerdings auch keine Muße angesagt, denn der nächste Programmpunkt rückte näher. Wir fuhren mit Bus, Bahn und Fähre nach Finkenwerder um an einer Werksführung bei Airbus teilzunehmen. Nach einer Stärkung im Café und einem Videofilmchen über die Geschichte des Konzerns begann die eigentliche Führung. Ab hier bestand ein strenges Fotografierverbot. Mit dem Werksbus fuhren wir kreuz und quer über das Gelände oder gingen zu Fuß, brav handlaufbenutzend, durch zahlreiche Treppenhäuser und Montagehallen. Wir lernten wie aus den, mit dem Beluga aus halb Europa angelieferten, modularen Einzelteilen die Flugzeuge zusammengebaut und später die Technik und Inneneinrichtungen installiert wurden. Nach Abschluss der Tour erreichten wir mit Bus und Bahn wieder gerade rechtzeitig zum Abendessen unser Quartier.

Gruppenbild mit Beluga am Fotopoint
Abfotografiertes Poster mit dem Beluga

Für diesen Abend hatte die DJH ein Glühweintreffen für Erwachsene im schönsten Raum des Hauses (mit Sicht über Hamburgs Dächer) organisiert, in dem wir auch ein paar Tage später mit allen Gästen gemeinsam Silvester feiern konnten. Gutgelaunt spielten wir danach in einem der Gruppenräume ein lustiges „TV-Serienanfangsmelodie“ Ratespiel. Hierbei ging Thorsten als eindeutiger Sieger hervor, während Petra den zweiten Platz belegte.
Am nächsten Tag konnten wir in Ruhe frühstücken denn der nächste Programmpunkt, eine von der DJH organisierte Stadtrundfahrt vom Zentrum aus, begann erst mittags. Mittlerweile kannten wir die ÖPNV Verbindungen besser uns so erreichten wir unser Ziel stressfrei. Ok, Roli sorgte noch für eine unnötige Tunnelerkundung von Moria, aber der Zeitpuffer passte noch.

Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus
Der alte, neubegrünte Flakbunker

Mit einem der roten Doppeldeckerbusse besuchten wir die wichtigsten Plätze und Sehenswürdigkeiten der Stadt und hatten sogar die Möglichkeit unterwegs auszusteigen. Im Anschluss daran gab es dann ein paar Stunden zur freien Verfügung, die dann auch ganz unterschiedlich in Kleingruppen genutzt wurden. Lustigerweise liefen wir uns dabei auch ein paarmal über den Weg.
Zum Abendessen trafen wir uns dann wieder im Quartier, denn der nächste Programmpunkt war nämlich auch schon wieder in Sicht.

Eine abendliche Kombitour mit einer Barkasse durch den nächtlichen Hafen und Fleete, in der schön beleuchteten Speicherstadt stand uns bevor.

Containerschiff vorraus
Hamburg in Miniaturformat

Danach fuhren wir zum berühmten Miniaturwunderland, wo tausende von aufwändig und liebevoll gefertigte Modelle, bewegt und beleuchtet, unsere Augen erfreuten.
Man konnte sich gar nicht sattsehen,
soviel verschiedene Szenen und Länder gab es. Mir persönlich hätte die Hälfte davon auch gereicht denn es war fast schon eine Reizüberflutung.
Das Museum schloss um Null Uhr seine Pforten und wir waren wieder einmal die letzten Gäste die zurück zu unserem Quartier kamen.
Der Silvestermorgen brachte durch ein gemütliches Frühstück Ruhe in die Veranstaltung und bot der Gruppe bis zum Abend, Zeit zur freien Verfügung.
Um 17 Uhr startete der Abend in der DJH mit einem tollen Sektempfang für große und kleine Gäste. Danach gab es ein reichhaltiges Büffet bei dem keine kulinarischen Wünsche offen blieben.

Ein Fleet in der Speicherstadt
Sektempfang zum Silvesterabend
Das Feuerwerk tobt

An fast allen Abenden unserer Gruppenfreizeiten spielen wir irgendetwas gemeinsam und das Spiel dieses Abends war das angesagte „Hitster“ Spiel. Dieses lustige und zeitgemäße Ratespiel ist eine Kombination aus Fragekarten in Verbindung mit einem Smartphone und einem Musikprogramm.
Jung und Alt konnten hier gleichermaßen ihr Wissen über 100 Jahre Musikgeschichte einbringen.

Das Hitster-Spiel in Aktion
(c) Klaudia: Feuerwerk über den Dächern der Stadt

Wir spielten alle total begeistert bis kurz vor Mitternacht um gerade noch rechtzeitig zum Jahreswechsel miteinander anstoßen zu können. Im Anschluss daran konnten wir oben auf der Dachterrasse der DJH das großartige Feuerwerk über der Stadt betrachten. Fast alle Gäste der Herberge waren dort versammelt.
Die Feier endete erst am frühen Morgen mit Luftschlangen und Wunschkonzert in unserem Gruppenraum.
Am letzten Morgen durften wir dann tatsächlich ein wenig länger ausschlafen, denn das Küchenteam der DJH bot uns einen tollen Neujahrsbrunch mit sämtlichen Leckereien, die wir auch (mit jeder Menge Kaffee) ausgiebig genießen konnten. Gegen Mittag hatten wir alle ausgecheckt, uns verabschiedet und unser Quartier verlassen um auf getrennten Wegen die Heimreise anzutreten.

Es war wie immer eine sehr schöne und harmonische Gruppenreise, und ich danke allen Teilnehmer/innen für ihre angenehme Gesellschaft.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter

Für vier Tage waren wir Gäste bei Klaudia, einem im entfernten Wiesbaden wohnenden Gruppenmitglied. Freundlicherweise hatte sie uns in ihrem Haus genügend Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Wir trafen am Freitagmittag mit verschiedenen Verkehrsmitteln vor Ort ein und unternahmen nach dem Begrüßungskaffee und der Quartiernahme erste Exkursionen im Umfeld. Natürlich sind wir auch mit der Nerobergbahn gefahren obwohl das nicht besonders prickelnd, aber einfach Kult ist. Die im Jahr 1888 in Betrieb genommene Bahn fährt ohne Motorgeräusche, nur mit Wasserballast den sie oben auf dem Berg aufnimmt. Das kann man wahrhaftig Nachhaltig nennen. Greta wäre begeistert.

Die Nero-Bergbahn an der Talstation
Das Bähnle unterwegs
Fahrt mit der Nerobergbahn talwärts

Oben auf dem Berg unternahmen wir eine kleine Wanderung und besuchten dabei den Nero-Tempel, die Russisch-Orthodoxe Kirche und das 1934 eröffnete Opelbad. Nach Einbruch der Dunkelheit fuhren wir mit dem Bus nach Mainz um das, immer im September stattfindende Late Light Festival (kein Schreibfehler) mit der wunderschön illuminierten Innenstadt zu bestaunen.

Wanderung auf dem Neroberg. Links der Tempel.
Abends in Mainz
Die historischen Gebäude der Stadt wurden mit Laserlicht angestrahlt und zum Leben erweckt.

Der Abend endete mit der Planung des nächsten Tages bei einem angeregten Erfahrungsaustausch an Klaudias großem Wohnzimmertisch. Der Samstag begann zwar nebelig, wurde aber schnell sonnig. Wir fuhren zur Burg Rheinfels, eine mächtige Burgruine mit Festung in St. Goar. Die riesige Anlage soll bis zur BuGa 2029 wieder komplett restauriert sein. Aus diesem Grund waren viele Räumlichkeiten noch nicht zu besichtigen und Gerüste standen herum. Im Museum war die Kleidung des Aufsehers mit Abstand das interessanteste Objekt.

Mit der Fähre über den Rhein nach Sankt Goarshausen und zur Loreley

Wieder zurück im Tal setzten wir mit der Fähre über und begaben uns zur 132 Meter hohen Loreley. Natürlich musste auch ihr Kamm ausprobiert werden, das ist ebenfalls Kult, und glücklicherweise kam es dabei auch nicht zu einem Schiffsunglück unten auf dem Rhein. Unsere Wanderung weit oberhalb des Rheins durch Wiesen und Felder über den Weinlehrpfad bis zum Spitznack bei Bornich bescherte uns unterwegs nur einen Kaffee zur Stärkung und nicht das alkoholische Getränk aus den Trauben am Hang.

„Ich bin aber nicht Schuld wenn es da unten kracht“
Die Bank am Aussichtpunkt Spitznack
Die „echte“ Loreley
Lehrreicher Wanderpfad durch die Weinberge

Auf dem Weg nach Hause kauften wir noch benötigte Lebensmittel ein und bereiteten später gemeinsam das Abendessen zu. Es wurde wieder ein sehr harmonischer Abend.

Am dritten Tag starteten wir im Frühnebel um das Niederwalddenkmal in Rüdesheim zu besuchen. Das monumentale, über 38 Meter hohe Bauwerk wurde 1883 zur Erinnerung an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs fertiggestellt. Mit einer Höhe von 12 Metern ist die Bronzestatue der Germania die zentrale und größte Figur der Anlage. Wir waren zuerst dort nur wenige Besucher, aber nachdem die Sonne durchkam füllte sich die Anlage mit Menschen und wir flüchteten vor dem Andrang durch den Wald zur nahe gelegenen Eremitage. Aber auch dort waren wir nicht alleine, also nix mit Eremitage. Nachmittags brachen wir dann zur berühmten Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Rüdesheim auf.

Über uns trohnt die Germania
Die Cafeteria war noch im alten Gewölbe

Es ist eine sehr große, hervorragend restaurierte Anlage, die einen in Staunen versetzt. Alles ist blitzeblank und nirgends ein Stein locker. Etwas überzogen fanden wir den supermodernen Klosterladen, der irgendwie nicht zu einem Kloster passte, auch wenn Nonnen an den Kassen standen. Das Klostercafe hatte aber noch den erwarteten Charme und wir genossen einen Kaffee am Goldfischteich.

Das wunderschön restaurierte Kloster
Kaffee geht immer

Abends erkundeten wir den Wiesbadener Stadtteil Biebrich und besuchten dabei auch das direkt am Rhein liegende Schloss Biebrich mit seinem sehr schön gepflegtem Park. Der Abend endete dieses Mal bei Salsa-Klängen in einem umgebauten historischen Bootshaus.

Wanderung entlang der Uferpromenade
Da sieht man wo Geld steckt(e)

Am vierten Tag hatten wir immer noch nicht genug von alten Gemäuern und besuchten das Kloster Eberbach. Dort wurden die Innenaufnahmen von „Im Namen der Rose“ gedreht. Den Turm mit der Bibliothek und das Bad mit dem Holztrog sucht man vergeblich. Auch einen Scheiterhaufen gab es hier niemals. Wir fanden hier wunderschön restaurierte Gebäude und eine großzügige Außenanlage vor. Bei einer Wanderung innerhalb entlang der Klostermauern konnten wir die gewaltigen Ausmaße der gesamten Anlage bestaunen.

Die berühmte Kirche
Hier wandelten einst die Mönche
Hübsches Gebäude in der Anlage

Am Abend bereiteten wir noch einmal gemeinsamen das Abendessen zu, speisten vorzüglich und verbrachten den weiteren Abend mit Planung für eventuell kommende Unternehmungen.

Am nächsten Morgen war dann leider schon Aufbruchsstimmung im ganzen Haus. Wir räumten alle gemeinsam auf und machten unser Gepäck reisefertig. Mit einem gemütlichen Frühstück endete dann diese schöne harmonische, durch Klaudia geplante Gruppenfreizeit.
Herzlichen Dank an sie für ihre Gastfreundschaft.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter

Traditionsgemäß unternimmt unsere muntere Gruppe im Mai immer eine viertägige Städtetour mit dem Fokus auf Kulturprogramm. Diesmal ging es an die Ostseeküste, in die malerische Hansestadt Stralsund.

Mit der durchgehenden Bahn von Mülheim bis nach Stralsund war das kein Problem, wir kamen sogar recht pünktlich an.
Mit dem Bus fuhren wir weiter zu unserem Quartier, der einfachen DJH im Ortsteil Devin. Interessanterweise gibt es dort kein Hauptgebäude sondern nur ein Empfangsgebäude, einzeln stehende, verschieden große Gästehäuser, Wirtschaftsräume und einen Essensraum mit Küche. Ein eigener Strandabschnitt gehört ebenfalls zu der Anlage. Wir fühlten uns dort sofort wohl.

Wir hatten zwei der kleineren Häuschen für unsere Gruppe gebucht. Kurz hinter unseren Häusern befand auch sofort das Meer. Der Bus zur Stadt hielt in einer angenehmen Entfernung von 10 gemütlichen Gehminuten.
Nach dem Einchecken und der Quartiernahme fuhren wir in die Stadt und stärkten uns dort vor dem ersten Highlight, der obligatorischen Nachtwächtertour am ersten Abend. Diese Veranstaltung ist meistens viel informativer und lustiger als eine Stadtführung tagsüber.

Der Nachtwächter war wieder eine Nachtwächterin, die ihren armen Mann vertreten musste. Er war mit seiner Gruppe am Abend zuvor im Gasthaus Wulflam versackt und nun „krank“. Sie führte uns zwei Stunden lang durch gefühlt sämtliche Gassen, Kirchen und Plätze der Altstadt und ließ keine einzige Sehenswürdigkeit aus. Ihr umfangreiches Wissen war schier unerschöpflich und wir bekamen abwechselnd Geschichtsunterricht vom Mittelalter über die DDR bis zur jetzigen Zeit. Gruselgeschichten von Henkern und Prostituierten, sowie lustige Anekdoten rundeten die Erzählungen ab.

Mit dem buchstäblich letzten Bus fuhren wir zurück zur Unterkunft und schliefen augenblicklich ein.
Am nächsten Morgen wurde ersteinmal ausgiebig gefrühstückt. Danach ging es zu einer kurzen Besichtigung an den Strand um gleich darauf schon wieder mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Wir hatten eine Führung durch das Ozeaneum gebucht.

Das Ozeaneum ist eine riesige Ausstellung von Meeresbewohnern in Aquarien, freistehenden Exponaten und Pinguinen unter freiem Himmel, auf dem Dach des Gebäudes. Eine freundliche Mitarbeiterin holte uns ab und erklärte uns die Highlights des Museums. Auch hier staunten wir über ihr breitbandiges Wissen, da sie jede unserer Fragen erschöpfend beantworten konnte. Danach verbrachten wir noch jeder für sich, ca. eine Stunde an den Plätzen die uns am meisten gefielen oder interessierten.

Der Rest des Tages, bis zum gemeinsamen Abendessen, stand zur freien Verfügung. Wir verbrachten ihn daher auf eigene Faust irgendwo in der wunderschönen Altstadt. Der oder die ungenannte Teilnehmer/in soll sogar völlig entspannt auf dem Marktplatz in der Sonne eingeschlafen sein. Angeblich, so sagt man.

Zum Abendessen kamen wir alle wieder zusammen und speisten in großer Runde. Dann… versuchten wir die Bushaltestellen die wir vom Vortag kannten wiederzufinden aber die waren inzwischen abgerissen oder die Busse waren umbenannt worden. Wir einigten uns dann gemeinsam darauf, dass die App schuld war. Mit dem letzten Bus ging es dann wieder zum Quartier zurück. Eine letzte Stolperfalle war noch die davor liegende Gastronomie, wo wir das Problem mit den Haltestellen nochmal diskutieren wollten. Angeblich, so sagt man.


Am nächsten Morgen wurde wieder ganz in Ruhe gefrühstückt um dann zu einer längeren Wanderung aufzubrechen. Wir liefen zuerst am Strand entlang, dann durch angrenzende Wälder jedoch fast immer in Sichtweite zum Meer, bis zur Brauerei Störtebeker. Dort war eine Besichtigung samt Verkostung geplant.

Ein, zuerst recht unentspannter, Mitarbeiter empfing uns und taute dann aber unter unserem unvergleichlichen NRW-Charme sofort auf. Wir lernten, theoretisch Bier zu brauen, und alle dazu benötigten Zutaten kennen. Auch der Ort dafür war, jedenfalls in der Vergangenheit, ausschlaggebend.
„Heute backe ich, morgen braue ich“ ist mir im Gedächtnis geblieben. Bei der nachfolgenden Verkostung gingen wir auf die geschmackliche Reise über die Entstehung von unvergleichlichen Aromen durch den Einsatz von verschiedenen Hopfensorten für die unterschiedlichen Biere. „Dieses Bier hat einen geringen Trinkwiderstand“ war der Spruch des Tages.

Der Nachmittag stand dann wieder zur freien Verfügung und wir teilten uns in Kleingruppen auf um die für uns persönlich interessanten Orte zu besuchen. Hier gab es auch wieder ein ganz buntes Spektrum. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen und so trafen wir wieder zum verabredeten Abendessen zusammen. Lebhaft tauschten wir unserer Tageserlebnisse aus und schmiedeten gleichzeitig schon Pläne für die Städtetour im nächsten Jahr. Die Wahl fiel auf Lindau, einer Einladung unserer südlichsten Sektionsmitgliedern folgend.
Den restlichen Abend verbrachten wir zusammen im Hafen um noch einmal die friedliche, abendliche Atmosphäre zu genießen.

Mit dem Bus ging es dann reibungslos, also um ganz ehrlich zu sein, auch erst nach einigen Anläufen wieder zurück zum Quartier. Das inzwischen rauher gewordene Wetter war leider nicht mehr geeignet um länger am Strand zu verweilen, deshalb zogen wir mit unserer improvisierten, japanischen Laterne schnell wieder auf die Stuben zurück.

Der Sonntagmorgen war dann von der nahenden Abfahrt geprägt und so brachen wir nach dem Frühstück in den uns mittlerweile routinierten Abreise-Aktionismus, bei dem jeder Handgriff sitzt, aus. Zurück mit dem Bus wieder in der Stadt teilten wir uns noch einmal bis zur Abfahrt des Zuges auf. Es gab doch noch so viel zu sehen. Mir persönlich reichte es aber schon das maritime Flair am Hafen und ein Backfischbrötchen auf der Hand.

Ein flotter Fußmarsch zum Bahnhof und die Gruppe war wieder vereint. Die Wege in Stralsund sind kurz, wenn man das Straßennetz einmal begriffen hat. Am Busfahren arbeiten wir noch, versprochen.
Unser Zug kam pünktlich in Stralsund an und erreichte mit nur leichter Verspätung den jeweiligen Zielbahnhof zu Hause. Wir waren jedoch durch die schöne gemeinsame Zeit mit der Gruppe tiefentspannt und niemanden störte das wirklich.
Euer Roli

In diesem Jahr stand die ganze Veranstaltung schon im Vorfeld unter einem guten Stern. Schon Wochen vorher hatten Thorsten und Roland das Bruchholz und Laub im Camp entfernt. Das Camp war also sehr gut vorbereitet und die Wettervorhersage für den Tag bestens. Unser Biwak konnten wir somit im kühleren Wald aufschlagen und für den Hexentanzplatz wurde der grüne Salon geschmückt.
Die angemeldeten Hexen und Teufel sollten schließlich standesgemäß feiern können.

Der Biwakplatz im Wald
Der Obelisk

Schon am Nachmittag wurden große Kisten mit Ausrüstung geschleppt, der Obelisk auf Hochglanz poliert und ein erster Soundcheck gemacht. Das geschah noch, bevor die Hexen nach und nach auf ihren geschmückten Besen eintrafen. In diesem Jahr gab es auch wieder neue und liebevoll ausstaffierte Kostüme zu bestaunen. Fast pünktlich begannen wir mit den Beltane-Ritualen, damit uns die guten Geister in dieser Nacht wohlgesonnen waren. Die bösen Geister vertrieben wir alleine schon mit unserem Gesang, und die guten Geister bescherten uns später eine warme und regenfreie Nacht.
Gedichte und Geschichten rundeten diesen Teil ab. Danach wanderten wir zum Festessen auf Barbarossas Hof um uns dort am Riesengrill für die kommenden Aktivitäten zu stärkten. Lilith unsere kleine, fliegende Hexe bewachte derweilen das Camp.

Spießbratengrillen bei Barbarossa
Lilith die kleine Hexe die wirklich fliegt

Bei Einbruch der Dämmerung und dem Eintreffen unserer Tanzlehrerin Michal, kehrten wir wieder in das Camp zurück. Mit altdeutschen, keltische und irischen Tänzen und der passenden Musik dazu bewegten wir uns immer geschmeidiger um den uralten Obelisken der da ganz zufällig auf dem Hexentanzplatz steht. Selbst die Teufel beherrschten noch ein paar der, wie sie meinten, „sehr komplizierten Schritte“ aus dem Vorjahr.

Die Hexenschar beim wilden Tanz

Um Mitternacht wurde dann der traditionelle, mit frischen Kräutern gebraute Hexentrank ausgeschenkt und die Heimschläfer verabschiedet. Die verbliebene lustige Schar feierte noch bis in die frühen Morgenstunden um dann hundemüde aber glücklich in die Schlafsäcke zu kriechen.

Der nächste Morgen bescherte uns nur zartes Vogelgezwitscher, ein willkommener Gegensatz zu den gnadenlosen Hühnern aus dem Vorjahr, die meinten uns „mitten in der Nacht“ wecken zu müssen. Kaltes Wasser bei der Morgentoilette und starker Kaffee mit Rührei und Fladenbrot weckte schnell wieder unsere Lebensgeister.

Die neuen Tische und Bänke liegen genau in der Morgensonne und so gab es ein ausgedehntes Frühstück mit angeregten Gesprächen. Gegen Mittag war das Camp wieder tadellos aufgeräumt und sämtliche Ausrüstung auf den Besen verstaut, sodass sich die Hexen- und Teufelsschar trennte konnte und sich auf eine erneute Zusammenkunft im nächsten Jahr freuen darf.

Entspannt, gelassen, heiter in das Jahr starten, die Gemeinschaft unter Frauen genießen und erneut feststellen, wie schnell man sich öffnet und vertrauen kann. Sein dürfen, wie man ist oder sich zurückziehen können, ohne lange Erklärungen abgeben zu müssen. Respekt und Wertschätzung erfahren. Das waren einige Kommentare in der Abschiedsrunde beim Sonntagsfrühstück, bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten.

Acht Frauen. Einige kannten sich, andere trafen erst am Donnerstagnachmittag in der Eifel aufeinander. Vier Tage galt es gemeinsam in Form eines „Bar Camps“ unter dem Thema „mit Schwung ins neue Jahr“ zu gestalten. Jede Einzelne war eingeladen, ihr Können, ihre Ideen und ihre Wünsche einzubringen. Daniela machte mit uns eine Wanderung nach Heimbach mit Einkehr im Cafe und diesen entzückenden Geschäften dort; es gab individuelle Abendspaziergänge im stimmungsvoll-dezent beleuchteten Blens; Chris regte uns zum filigranen Zeichnen und zum Papierfalten an; eine spontane Skatrunde bildete sich, und Heike hatte ein witziges Spiel für alle. Einige hatten ihre aktuelle Lektüre mitgebracht. Simone las uns eine Geschichte vor, die uns Avocados in neuem (witzigen) Licht sehen lassen und Chris begeisterte mit einer anrührenden Geschichte zum achtfachen Weg.

Simone hatte uns schon vorab mit allerlei Ritualen zu den Rauhnächten versorgt. Chris führte eine Meditation in Vorbereitung auf den Schwellengang, den dann jede für sich ging. Claudia hatte Briefumschläge dabei für Briefe an sich selbst. Daniela ließ uns eine Göttinnen-Jahreskarte ziehen mit entsprechender Erklärung. Wir übergaben unsere Wünsche für das neue Jahr dem Feuer und damit dem Universum. Simone versorgte uns mit sagenhaften Landschaftsaufnahmen und Anne fing die heitere Stimmung in wunderschönen Portraits ein. Und schließlich konnte, wer wollte, die CANTIENICA-Methode kennenlernen und schon morgens mit unserer zweiten Anne die Ideen zur Aufrichtung in angeleiteten Übungssequenzen umsetzen. Unsere „Eulen“ kamen dann später zum gedeckten Frühstückstisch mit Danielas frisch gebackenen Brötchen, Kaffee, Tee und Kerzenlicht dazu und bekamen anschließend auch noch eine Übungssequenz.

Der Austausch war lebhaft und getragen von herzlichem Interesse und großer Empathie. Jede durfte die Zeit so nutzen, wie sie wollte. Wir hatten einfach viel Spaß zusammen. Und nicht zu vergessen: das vielfältige vegetarische Essen und dessen Planung und Zubereitung im Teamwork. Am Ende sind wir alle beschwingt und aufgetankt ins neue Jahr gestartet. Ganz klar: Nächstes Jahr machen wir das wieder und nehmen uns einen Tag mehr Zeit!

Eure Anne

An dem ersten Wochenende nach den Sommerferien in NRW veranstalten wir regelmäßig das beliebte Bushcamp für Familiengruppenleiter*innen aus dem Landesverband NRW.
Im Raum Sprockhövel, noch in gut erreichbarer Nähe zu einem Bauernhof, jedoch trotzdem noch genügend abgeschieden und mitten im Wald, liegt das Buchencamp der „Wildgänse“, einer DAV-Gruppe der Sektion Mülheim an der Ruhr. Hier werden sektionsübergreifend Outdoor-Kurse für DAV-Mitglieder angeboten.
Die Bandbreite geht von diversen Survivalkursen über Kochkurse mit Hobokochern und Dutch-Oven bis zu Yogakursen. In 2024 haben wegen notwendig gewordener Bauarbeiten leider keine weiteren Kurse stattfinden können. Das Camp samt „Mobiliar“ war einfach für die vielen Gäste zu klein geworden.

Eingang zum Camp
Das neue Mobiliar

Im Camp ist Roland der Chef, aber in der Feldküche hat nur Thorsten das Sagen. Ansonsten lebt nur noch eine friedliche Igelfamilie im Camp, die für uns als Kammerjäger arbeitet.
Für die Fortbildungen der FGL wird jedes Mal ein Survival-Experte oder Wildnis-Pädagoge mit verschiedenen Schwerpunkten engagiert. Dieses Mal standen Reptilien im Fokus.
Damit sich die FGL und ihre Kinder auf das Outdoor-Programm konzentrieren können, sind sie vom Nahrungsmitteleinkauf und vom Essenmachen befreit und werden komplett für das ganze Wochenende durch ein eingespieltes Küchenteam versorgt.
In der Regel wird das FGL-Bushcamp mit einem Jahr Vorlaufszeit geplant.

Aber beginnen wir doch von Anfang an…

Mit den wildesten Erwartungen hatten sich 16 kleine und große Teilnehmer*innen auf das diesjährige Bushcamp mental eingestellt.
Ohne gewohnte Toilette, Wasser, Strom, Licht und WLAN heißt es, ein Wochenende zu überleben. Wurzeln ausgraben und Beeren oder Käfer essen? Sie dachten, sie wären auf alles vorbereitet, aber es sollte ganz anders kommen…

Die erste Hürde waren die üblichen Staus zum Wochenende, die zweite Hürde war Editas Erkrankung, die es leider ihr und ihren Kindern unmöglich machte, teilzunehmen. In Absprache übernahm Roland kurzfristig die Gesamtleitung des Wochenendes.
Die Teilnehmer*innen erschienen dann nach und nach im Camp und bekamen als erstes die Örtlichkeiten, die Regeln und ganz besonders die richtige Benutzung der sehr rustikalen Toilette erklärt.

Die rustikale Toilette
Hier tanzen ansonsten in der Walpurgisnacht die Hexen

Die Wettervorhersage für den Abend ließ leider nichts Gutes erwarten, deswegen mussten alle Teilnehmer*innen zügig ihre Zelte aufbauen. Da kräftige Böen angesagt waren, konnte der große „Salon“ nicht belegt werden und alle Zelte mussten auf dem baumfreien, aber kleineren „Hexentanzplatz“ aufgestellt werden.

Endlich hatten wir auch Zeit für die offizielle Begrüßung der Teilnehmer*innen und der Leitung. Der Ablauf der nächsten Tage wurde dabei vorgestellt. Danach begann ein reger Erfahrungsaustausch von FGL aus den verschiedenen Sektionen, die sich hier teilweise zum ersten Mal sahen.
Bei anbrechender Dunkelheit knurrten dann die ersten Mägen und die Gulaschkanone wurde angefeuert. Als Beilage gab es ebenfalls Würstchen für unsere Vegetarier.

Die Gulaschkanone vorbereitet, noch ohne Topf
Thorsten in seinem Element

In der zunehmenden Dunkelheit verspeisten wir das leckere Abendmahl und leerten den Topf bis auf den letzten Tropfen. Ob sich da der Eine oder Andere da wohl mehrfach angestellt hat? Egal, wir freuen uns wenn es allen schmeckt.

Deftige Kartoffelsuppe
mit zweierlei Würstchen
Einweihung des neuen Mobiliars

Danach wurde es erst einmal wieder ernst, denn wir lernten bei einem spannenden Vortrag die „Gefahren im deutschen Wald“ kennen. Die Gefahren durch „kräftigen Niederschlag“ sollten wir in der kommenden Nacht leider noch praktisch erfahren.

Nach dem wie immer ungeliebten Abwasch, wurde das Lagerfeuer durch die Kids fachgerecht aufgeschichtet und entzündet. Natürlich blieb uns vor dem Zubettgehen noch ein wenig Zeit für etwas Lagerfeuerromantik mit wilden Geschichten, aber der Blick auf das elektronische Regenradar für diese Nacht ließ alle Eltern die Zelte regenfest machen, gut verschließen und sich mit ihren Kinder in den Schlafsäcken einzumummeln.

Tatsächlich ist in der Nacht dann über dem Camp eine Menge Regen niedergegangen, es hat aber zu keiner Katastrophe geführt. Der lockere Waldboden ist sehr aufnahmefähig und nur über eine einzelne, herausragende Bodenfolie ist etwas Regen unter ein Zelt gelaufen.

Der nächste Morgen fing schon sehr gut an -nämlich mit Sonnenschein.
Das Küchenteam kochte schon für alle Kaffee und machte Rührei mit Bacon während das Camp noch am Erwachen war. Katzenwäsche in der Morgensonne weckt die Lebensgeister!
Das Frühstück wurde von allen heißhungrig verschlungen.
Inzwischen erschienen auch unser Wildnispädagoge Gregor mit seiner Assistentin (Tochter) Mia im Camp. Es wurde noch ganz kurz der Zeitplan besprochen, dann übergab Roli die Gruppe in Gregors Obhut.

Schon während der Kennenlernrunde begann ein lustiges Treiben und es schallte fröhliches Lachen durch den ganzen Wald. Ruhig wurde es erst wieder bei der Reptilienkunde und als die Schlange Anna (Conda) geholt wurde. Behutsam lernten die Teilnehmer*innen das Tier und seine Lebensgewohnheiten kennen. Ausgewachsene Ringelnattern sind 80 bis 120 Zentimeter lang, einzelne Exemplare können sogar noch größer werden. Ringelnattern sind für den Menschen vollkommen ungefährlich und pflegen auch untereinander einen friedfertigen Umgang. Unsere Anna lebte wegen einem Rasenmäher-Unfall in einem Aufzuchtcamp, war schon wieder genesen und so hatte Gregor noch Zugriff darauf.

Mittlerweile war es schon wieder die Mittagszeit geworden und Thorsten und Roli hatten bereits das fertige Essen auf der Anrichte. Mit Nudeln, Tomatensoße und Salat ging es in die Mittagspause, während Gregor die Schlange wieder in ihre gewohnte Umgebung brachte. Auch hier ließen die hungrigen Mäuler nicht eine Nudel über.

Inzwischen hatte sich die Wettervorhersage leider so stark verschlechtert, dass Roli in Erwägung zog, die Veranstaltung vorzeitig abzubrechen. Sturm und Gewitter waren für die Nacht angesagt, konnten aber noch vorbeiziehen. Um 16 Uhr sollte die finale Entscheidung getroffen werden. Gregor baute währenddessen mehrere Stationen auf, an denen die Kinder Messerwerfen – sowie Bogen- und Armbrustschießen lernen konnten.

Um 16 Uhr gab Roli dann bei strahlendem Sonnenschein den leider sehr unpopulären Befehl zum Lagerabbau. Die Wettervorhersage durfte nicht ignoriert werden. Während die Kinder an den Stationen weiter ihre Künste übten, wurden von den Erwachsenen alle Zelte abgebaut und sämtliche Ausrüstung wieder in den Autos verstaut. Nur die Feldküche blieb noch stehen. Das Küchenteam wollte noch ein leckeres Chili sin Carne zum Abendessen kochen. Während die Gulaschkanone wieder bollerte, übte Gregor nun wieder mit allen – einen verbesserten Feueraufbau mit verschiedenen Zunderarten und dessen sicherer Entzündung.

Wir ließen uns noch einmal das Festmahl schmecken, spülten danach gemeinsam und packten auch die Feldküche zusammen und brachten den Rest zu den Autos.
Für 21 Uhr hatten wir die DAV-übliche Reflektionsrunde geplant, aber es kam wieder ganz anders.
Wir hatten gerade unsere Plätze eingenommen, da ging ein mächtiges Rauschen durch den Wald und kündigte Böen an. Noch bevor Sturm aufkam, hatten wir, perfekt vorbereitet, den Wald verlassen und trafen uns an den Autos wieder. Die Entscheidung für den Abbruch war goldrichtig gewesen und alle sahen das jetzt ein.
Die Reflektionsrunde wurde dann recht zügig im Stehen durchgeführt, denn der erwartete Regen setzte leider nun auch verfrüht ein. Alle kleinen und großen Teilnehmer*innen gaben jedoch ein positives Feedback und hätten unter anderen Umständen noch gerne die Nacht mit uns im Camp verbracht.

Thorsten und Roli – das Team aus dem Camp – freuen sich schon auf das nächste FGL-Bushcamp in 2025 mit wieder so tollen Teilnehmer*innen.

Roland Schulz
Familiengruppenleiter